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Noch mal ein wenig Sahara vor der Abreise

Gestern abend sind noch 3 Husqvarna 701 Enduros und eine weitere KTM 690 hier angekommen, ebenfalls mit Packtaschen. Die 701er sind quasi die Weiterentwicklung meiner KTM, die es ja ab diesen Jahr nicht mehr zu kaufen gibt.
Ich hab natürlich nach ihren Erfahrungen gefragt und sie meinten, die 2,5cm mehr Federweg machen sich schon bemerkbar. Das kann ich mir vor allem hinten ganz gut vorstellen. Aber ansonstenn ist ja eigentlich alles gleich geblieben bis auf die Plastikteile welche nun andere Aufnahmepunkte haben. Zubehör gibt es ja auch noch nicht so viel, also haben sie 3x die Touratech Kofferträger angepasst, damit sie an die 701er passen.
naja, für mich nix neues dabei, sie haben sich aber bei meiner KTM ein paar sachen abgeschaut zum nachrüsten.

Heute morgen haben wir nach dem Frühstück als erstes die Heimreise geplant.
Eigentlich wollten wir noch etwas weiter in den süden und in den osten und mehr Sahara sehen, aber wie wir auch das Basecamp und die Landkarte drehen, wir haben einfach zu wenig Sprit dabei. Natürlich könnten wir ein wenig aufstocken, aber es fehlt einfach zu viel. Da wird es halt dann doch ziemlich dünn ohne Safari Tank. Scheint so als müsste man da noch mal aufrüsten und später wieder kommen. Auf den Fotos mag alles recht gleich aussehen, aber das erlebte wenn man hier ist ist einfach super und alles andere als monoton.
Wir planen so gut es geht mnit dem Basecamp um noch etwas zu sehen zu bekommen und ich mach den Vorschlag hier einen Tag eher abzureisen, vielleicht finden wir auf der Rückreise ja noch etwas, wo man länger bleiben will.

Zeitgleich mit den anderen Kollegen starten wir in 2 verschiedene Richtungen. Ich hab ihnen mal noch die Meeresbögen empfohlen, die liegen auf iheren Weg heute; da waren sie sehr Dankbar drüber 😀

 Das Garmin sucht sich eine relativ schöne Strecke für uns aus. Es ist von Vorteil die geplante Route als Track und als Berechnung einzublenden. Da hat man 3 Oberlays auf ein mal und sieht die 2 Strecken und die normalen Straßen übereinander und kann sich recht schnell orientieren wo man hin will und kontrollieren ob man so ansatzweise überhaupt die geplante Route von heute morgen fährt.

 Ein wenig bewölkt, aber wir wissen, es wird besser. Die Wetterkarte auf dem Ipad ist immer noch Gold fürs reisen wert. Kostet zwar ein Abbo, aber das ist es wert. So sieht das ganze aus: man kann das ganze als Film anschauen und dann entscheiden wo man lang fährt. Man sieht, wir dürfen später warme Luft aus der Sahara erwarten.

Wir entscheiden uns für Sonne

 Durch die bekannte Landschaft geht es richtung Guelmin

 Auch durch ausgetrocknete Flussbetten, geht aber ganz gut. Ich hab immer noch nur 1,2Bar auf den Reifen trotz gepäck. Aber der Desert macht das hinten schon und ich versuch die großen Steine zu umfahren. Auf normaler Piste fühlt es sich heute wie auf Teer an, er bügelt einfach alles weg, außer ein paar kleine Durchschläge – sorry Felge für Bequemlichkeit

 Gewohnt abwechslungsreich

 Die letzten Kilometer nach Guelmin gehts über Asphalt

 Dort müssen wir erst mal Geld abheben, das französische Fort war nicht gerade günstig. Die bekommen da doch mehr Gäste als ich mir gedacht hätte. ich hab das mal so bissel durchgerechnet und überschlagen was die da so an Kosten und Einnahmen haben und bin dazu gekommen das die da eine ganz schöne Goldmine haben. Irgendwo haben die da sicher auch eine Schatzkammer.

 Ja also bei den Geldautomaten muss man auch immer ein wenig Glück haben um was zu bekommen und am besten mehrere Karten. Mehr als 200€ bekommt man pro Tag eh nicht von einer Karte abgehoben.

 Dann noch die letzte historische Tanke nach Guelmin mit nehmen, das es gleich wieder offroad weiter gehen kann, so denken wir jedenfalls

 Ich kann´s kaum erkennen was ich bezahlen soll, aber es liegt im normalen Bereich und ich docke die umgerechnet 6€ ab.

 Da wird es schon langsam wieder wüstenartig und die Sonne fängt auch langsam anzuziehen

 Auf einer kleinen Anhöhe haben wir dann einen tollen Ausblick über das Tal

 Man könnte meinen, da fährt man einfach so rein und hat seinen Spaß, dem ist leider nicht so. 70% der Sahara ist Steinwüste und wenn man näher hin schaut, sind die Steine auch nicht wirklich klein. Die sehen von der Ferne nur alle so winzig aus, weil das hier alles so unendlich groß und weit ist.

 Natürlich kann man da durchfahren, aber man ist dabei extrem langsam und es ist super anstrengend weil die Steine so groß sind, dass es die Räder der Enduros weit versetzt. Dadurch kommt das ganze bike ins wanken und gerade mit dem Gepäck nur mit viel Gegenkraft aufrecht gehalten werden kann. Eine ziemliche Prozedur. Da lob ich mir doch meinen Sand. Oder? Na wirklich schnell kommt man da auch nicht voran und anstrengend ist das auch. Hmm ich bin der Meinung, Wüste scheint generell nicht so gut passierbar zu sein.

 Hoffentlich merkt das keiner, wenn ich mir ein wenig Sand stipize

 Nach ein paar Kilometern kommen wir in ein Landschaftlich wirklich sehenswertes Gebiet. Ich fahre so Pi mal Daumen in die Richtung wo wir ca. hin müssen. Aber eigentlich eher da lang wo es mir gerade gefällt. Zeit haben wir heute genug, glauben wir jedenfalls. Das einzige was uns etwas zu schffen machen könnte ist die Sonne. Aber noch gehts.

 Hier ist so, wie man sich das in Afrika vorstellt. Schon lange weit und breit nix. Nur Landschaft, Steine, Sand, Dornenbüsche, diese komischen Bäumchen und exotische Tiere, die alle vor meinem Vorderrad eilig in ihren löchern verschwinden. Okay, Kamele etc. haben natürlich nix um zu verschwinden und Christoph sieht diese auch mal. Aber ansonsten hat der hinterher fahrende meistens tiertechnisch wenig zu erleben.

 leicht steinig

 sand-steinig

sandig

 Danach wieder mehr steinig mit Auswaschungen

 …was Christoph so gar nicht gefällt, wenn es grobsteiniger wird 😀

 Dann finden wir aber den kleinen angepeilten Pfad, welcher sich wirklich super fahren lässt. Wir haben richtig Spaß und meine KTM könnte heute schöner für dieses Gelände gar nicht eingestellt sein.

 Das GPS weicht meistens etwas ab, aber die Wahrscheinlichkeit sich hier auf dem Pfad zu verfahren geht gegen null. Hier geht es nur in eine Richtung. Und wenn mal ein Abzweig kommt, führt dieser wenig später wieder zusammen.

 In dem Tal fließt sonst sehr viel Wasser, es ist sehr breit. Ich kann mir das gar nicht ausm ausmalen wie das sein soll wenn hier alles unter Wasser steht. Es werden ja auch riesige Steine mitgerissen also muss es schon eine ganz schöne Strömung sein. Wir haben aber glück und es ist alles recht ausgetrocknet, nur ein paar Wasserlagen mit Palmen die wir überwinden müssen. Echte Oasen in dieser kargen Landschaft.

 Wenig später suchen wir uns mitten im Flussbett ein Baum, wo wir ein wenig rasten können und genug Schatten haben. Etwas Wasser, Kekse und Daddeln sollen es sein.

 Hier wäre eigentlich auch ein schöner Spot zum Campen. Aber 15 Uhr wollen wir den Tag noch nicht beenden

 Also gehts nach 30Minuten weiter

 Stein- und Sandiger Untergrund wechseln sich ab

 Das ist alles so unfassbar weitläufig hier

 Dann finden wir eine neu gemachte Piste

 Die verlass ich aber wieder recht schnell, da ich etwas viel tolleres in der Ferne entdeckt habe. Christoph meint das ist nur ein weiteres Dünenfeld. mir erscheint das aber total Flach und wenn kann man da sicher gut im Sand fahren. Also wie man das hier so macht, fährt man da hin.

 Hmm, doch kein Sand

 Eher ausgetrockneter Lehmboden

 So weit das Auge reicht

 Sowas hatte ich auch noch nicht und ist mir lieber als ein Salzfeld dieser Art.

 Nach einer kurzen Bodenprobe setzte ich einen neuen GPS Kurs und wir düsen los. Christoph meint nur ich soll auf Schlammlöcher aufpassen. Da will man hier bestimmt nicht landen

 Hier verändert sich der Boden und wird recht tief löchrig, ich denke mal das waren einfach nur Kamele –  wer weis.

 Aal glatt hier, die Federung hat nix zu tun. Nach ein paar Minuten merkt man aber auch wie trocken es hier ist. Mit offenen Visir trocknet meine Nase in nur 2-3Minuten aus. Etwas unangenehm, aber ja halt etwas schneller fahren und Visir schließen hilft. Das Garmin zeigt 42C, der Sensor dafür hängt im Fahrtwind.

 Am ende der scheinbar unendlichen Weite von nix peilen wir einen kleinen alten Pfad an, darauf treffen wir ein paar Dromedare. Die scheinen hier frei zu leben und erscheinen mir viel größer als die, welche wir bisher getroffen haben.

 Und es wir doch noch ein wenig sandiger, aber nur echt hart.

 Später wieder steinig. Wie es hier üblich ist.

 Wir folgen dann der Piste weiter Richtung Assa, wo unsre Unterkunft für heute sein soll.

 Das letzte Stückchen ist wieder Straße, hier kommt uns plötzlich der angekündigte Wind aus der Mitte der Sahara entgegen und das nicht zu wenig und nicht zu kalt. Eigentlich kühl und warm abwechselnd, als würde man Hitzewellen haben oder so

 Unser Hotel scheint geschlossen

 Ich lauf ein mal rund rum, dann macht aber doch noch jemand auf.

Der Blick vom Balkon zeigt, das noch immer viel Sand in der Luft umherschwirrt. Der Atlas blockiert den Luftstrom aus der Sahara und drückt ihn hier im Süden dann direkt mit einem Schwung an den Bergen vorbei. Deshalb ist es hier meistens so schön windig.

Heutige Strecke 190km

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